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Die Alemannen, unter denen wir unsere Vorfahren zu suchen haben, werden zum ersten Male 214 v.Chr. bei ihren Kämpfen mit dem römischen Kaiser Caracalla erwähnt. Nach der Völkerwanderung finden wir sie zu beiden Seiten des Ober- und Mittelrheins ausgebreitet bis zum Lech. Im Anfang des 7. Jahrhunderts bekehrte der hl. Fridolin die Bewohner des Breisgaus zum Christentum und gründete das Kloster Saeckingen, während in anderen Teilen Alemanniens damals schon die Bistümer Basel, Straßburg, Konstanz und Chur bestanden. Nach der Schlacht von Tolpiacum (Zülpich?) 496 kam der nördliche Teil unter fränkische Herrschaft, der südliche mit dem uns interessierende Breisgau bildete das Herzogtum Alemannien, das Ende des 11. Jahrhunderts in Schwaben aufging. Der
Name „Kirnberger“ kommt geographisch verschiedentlich vor. 1.
Bei Lörrach im Wiesental als Dorfname. 2.
Bei Antdorf unweit Murnau i. Bayern als Berg. 3.
Bei Linz an der Donau als Berg und Burg. 4.
Bei Altötting i. Bayern als Berg. 5.
Bei Bräunlingen unweit Neustadt als Dorf. 6. Bei Kenzingen unweit Freiburg: i. Brsg. als Burg. u.v.a.m. Sie haben sämtlich ihren Namen vom althochdeutschen „chuirna", dem mittelhochdeutschen „kürne", das Mühle oder Mühlstein bedeutet, und diese Tatsache spricht dafür, daß an allen den obengenannten Plätzen ursprünglich Mühlen gestanden haben, von denen die betreffenden Berge oder Anhöhen ihren Namen haben. Die Burgen bekamen dann wieder ihre Namen von den Bergen, auf denen sie standen. Die Vermutung lag nun zunächst nahe, dass der Familienname dadurch entstanden sei, dass einer der Vorfahren aus einem Dorfe namens Kirnberg ausgewandert sei und sich dann „der Kirnberger" genannt hätte, dass also der Name in ähnlicher Weise entstanden sei, wie etwa „Steinheimer" = der aus dem Dorfe Steinheim und dgl. Allein die Dorfnamen bei Bräunlingen und Lörrach mussten ausgeschieden werden, weil sich in Urkunden aus dem frühen Mittelalter nirgends etwas fand, das auf eine Verbindung des Namens Kirnberger mit den beiden genannten Dorfnamen hätte schließen lassen. Wenn aber noch irgend welche Zweifel bestanden, so wurden sie im Laufe der Forschung endgültig beseitigt. Denn es steht urkundlich fest, dass sich die Vorfahren erst im 17. Jahrhundert „Kirnberger“ oder „Kürnberger“ schrieben, während sie vorher „Kirnberg“ hießen. Es ist somit unzweifelhaft, dass die beiden obenerwähnten Dorfnamen mit unserem Familiennamen nichts zu tun haben. Anders verhält es sich mit den Kirnbergen bei Antdorf und bei Altötring. Bei beiden trifft das zu, was oben über Entstehung des Namens „Kirnberger“ gesagt wurde. Denn in der Nähe beider Berge lebten oder leben zum Teil noch Familien, die sich immer „Kirnberger“ geschrieben haben. Irgend welche verwandtschaftliche Beziehungen zwischen diesen Familien und der hier beschriebenen haben bestimmt nie bestanden. Denn es war bekanntlich ein ganz gewöhnlicher Vorgang, dass ehemals ritterliche Familien nach dem Verfall des Rittertums bürgerliche Namen annahmen. Bekanntlich hat nun im Anfang des 16. Jahrhunderts im Breisgau der sogenannte Bauernkrieg getobt, und es war festzustellen, ob Kenzingen unter dieser aufständigen Bewegung zu leiden hatte. Ein eingehendes Studium des Bauernkrieges zeigte nun, dass Kenzingen einer der Plätze des Breisgaues war, an dessen Mauern dieser Aufstand mit am meisten gewütet hat. Im Jahre 1525 rückten die Bauern in 3 Rotten gegen Kenzingen heran, und zwar ein Haufe von Süden, ein zweiter von Westen und ein dritter von Norden, so dass fast die ganze Stadt von den heranrückenden Bauernrotten umgeben war. Nur der Osten war noch frei. Wenn unsere Familie damals durch die einzige Lücke geflohen wäre, so müsste sie sich im nächsten Seitentale, dem von der allgemeinen Heerstraße mehr abgelegenen Kinzigtale wiederfinden, das außerdem wegen seiner Fruchtbarkeit dem Bewohner sein Auskommen verhieß. Der zunächst in Betracht kommende Platz war Haslach. Noch war aber ein weiter Weg zurückzulegen. Denn gesetzt, es würde wirklich die Familie in den Kirchenbüchern (vorausgesetzt, dass solche überhaupt vorhanden waren) zu finden sein, so war damit die Brücke zu der Familie noch nicht geschlagen. Im Juli 1914 (kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges) fing die Suche in Haslach an. Pfarrer Albrecht stellte sofort ein Zimmer zur Verfügung, in dem man ungestört arbeiten konnte und sagte, dass die vorhandenen Kirchenbücher zwar lückenhaft seien, dass das älteste aber bis ins 16. Jahrhundert zurückreiche (Taufbücher von 1596 bis 1626 und ab 1706. Heiratsbücher von 1604 bis 1615 und ab 1706. Totenbücher von 1604 bis 1615 und ab 1706). Im ältesten Buche war einer der ersten Namen, der Name Kirnberg. Nun war es möglich, die Familie genau zu verfolgen und es fand sich schließlich auch der Eintrag über die erste Ehe des Urururgroßvaters des Forschers. |
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